Zeus - Der Göttervater

Der Göttervater Zeus, wer kennt ihn nicht? Er ist der mächtigste der Götter und der oberste der olympischen Götter. Er war es, der sich gegen seinen Vater Kronos erhob, seine Geschwister damit befreite und anschließend mit ihnen sowohl die Titanen als auch die Giganten besiegte. Selbst das schrecklichste aller Monster, das Monster Typhon, konnte er besiegen und zementierte damit seinen Anspruch auf dem Olymp. Nachfolgend erfährt man mehr über den Göttervater.

Zeus Büste
Zeus Büste - "Zeus von Otricoli". Marmor, römische Kopie nach einem griechischen Original aus dem 4. Jahrhundert.

Geburt und Kindheit

Auch wenn man es denken könnte, aber Zeus ist nicht der älteste Gott. Tatsächlich ist er der jüngste seiner Geschwister Hestia, Demeter, Hera, Hades und Poseidon. Dennoch ist es Zeus, der als erstes wirklich das Licht der Welt erblickt (siehe auch hierzu: Wie entstanden die griechischen Götter?). Seine Geschwister werden nämlich gleich nach der Geburt von ihrem Vater, dem Titanen Kronos, verspeist. Nach dem griechischen Dichter Hesiod soll er das gemacht haben, weil eine Weissagung behauptete, dass er wie sein Vater Uranos, ebenfalls von einem seiner Kinder entmachtet wird. Auf Rat von der Großmutter Gaia und Kronos versteckt schließlich die Mutter Rhea ihr nächstes Kind, damit dieses nicht wieder dasselbe Schicksal wie seine Geschwister davor ereilt. Es ist Zeus, der in einem Berg versteckt und von den Kureten, einem schlagkräftigen neunköpfigen Trupp Dämonen beschützt wird. Statt dem Kind gibt Rhea dem Kronos einem in Windel gewickelten Stein. Kronos fällt diese List nicht auf, verspeist den Stein und Zeus kann erst einmal unbehelligt aufwachsen. Doch schon bald merkt Kronos den Betrug und sucht Zeus überall, doch er wird nicht fündig.

So wächst Zeus schnell heran und bringt wiederum mit einer List Kronos dazu sich zu übergeben. So spuckt er nicht nur den Stein heraus, sondern auch all seine Geschwister. Kronos ist außer sich vor Wut. Was folgt ist der Kampf der alten Götter, die Titanen, gegen die neuen Götter, Zeus und seine Geschwister. Dieser Kampf ist auch unter dem Namen der Titanomachie bekannt.

Titanomachie - Der Kampf gegen die Titanen

Kronos ruft die Titanen zusammen, damit diese Zeus und seine Geschwister endlich vernichten. Vom Olymp bekämpfen die Götter die Titanen, die wiederum sich auf dem Othrys verschanzt haben. Keine der beiden Seiten kann im Krieg aber sich entscheidend durchsetzen. Den Wendepunkt läutet so Zeus Großmutter Gaia ein, in dem sie Zeus rät die im Tartaros gefangen gehaltenen Geschwister der Titanen, die Kyklopen und Hekatoncheiren, zu befreien. Von den Kyklopen erhält Zeus den noch heute gefürchteten und bekannten Blitz, Zündkeil und Donner als Waffen. Die Hekatoncheiren wiederum stehen ihm kämpfend zur Seite und gemeinsam mit ihnen besiegen die Götter die Titanen. Die Titanen werden daraufhin selbst in den Tartaros verbannt, während die Hekatoncheiren zu deren Wächtern werden. Gaia rät dazu, dass Zeus der neue Herrscher der Götter werden soll. Dieser wiederum teilt die Welt in drei Teile ein: Den Himmel, den er selbst beherrscht, das Meer, das Poseidon zugesprochen bekommt, und die Unterwelt, über die Hades herrschen soll.

Gigantomachie - Kampf gegen die Giganten

Wer denkt, mit dem Sieg über die Titanen ist alles gut, der irrt. Denn Gaia hat nun doch ein schlechtes Gewissen, schließlich wurden auch durch sie ihre Kinder die Titanen besiegt. Deswegen hetzt sich nun die Giganten auf Zeus und die Götter. Da Giganten nicht durch Götter sterben können, waren die Götter auf die Hilfe von Sterblichen angewiesen. Hier zahlte sich Zeus Paarungswille aus, der schon einige Kinder mit Sterblichen hatte. Einer von ihnen war Herakles (auch Herkules genannt), der viele Giganten den Garaus machte. Hierfür halfen ihm vor allem Bogen und Pfeil, wobei die Spitzen der Pfeile mit dem giftigen Blut der von ihm erschlagenen Hydra getränkt waren. So besiegten die Götter mit Hilfe der Sterblichen auch schließlich die Giganten.

Typhon - Der Endgegner

Bevor sich Zeus wirklich auf dem Thron des Olymps bequem machen konnte, hatte er noch eine weitere Herausforderung zu meistern. Gaia, die nun nicht nur um ihre besiegten Kinder die Titanen trauerte, sondern nun auch noch um die Giganten, vereinte sich mit dem Tartaros, um sich so gegen Zeus zu rächen. Sie gebar so Typhon, das wohl schrecklichste aller Monster der griechischen Mythologie. Es soll hundert drachenartige Köpfe besessen haben und konnte in der Sprache der Götter und vieler Tiere sprechen. Es war wohl ein epischer Kampf zwischen Typhon und den Göttern. In einer Erzählung wurde gar berichtet, dass Typhon die Sehnen aus Zeus herausschnitt und sich Zeus so zurückziehen musste. Nur Hermes hat Zeus es zu verdanken, dass dieser die Sehnen fand und sie Zeus wieder zurückgab. So konnte der Kampf weitergehen. Es gibt verschiedene Berichte, am Ende konnte aber Zeus mit seinen Blitzen das Monster besiegen. Denn Schlusspunkt setzte Zeus, in dem er den Ätna auf Typhon schleuderte und ihn so darunter begrub. In seiner Wut lässt Typhon den Ätna deshalb immer wieder erbeben und mit Feuer und Gesteinen spucken.

Typhon unter Ätna
Aktiver Ätna - Wüted hier Typhon auch noch heute?

Vater der Götter und Menschen

Auch wenn Zeus, wie oben beschrieben, strenggenommen nicht der Vater der Götter und auch nicht der Menschen war, so wird er doch im übertragenen Sinne so von Homer genannt. Er hält deshalb in vielen Abbildungen auch ein Zepter in der Hand und thront damit auf dem Olymp. Doch er ist nicht nur Vater, sondern auch Richter. Auf seine Entscheidung hören die Götter. Sein Beiname ist „der Wolkensammler“ und allgemein wird er nicht nur in Verbindung mit Blitz und Donner gebracht, sondern ist auch zuständig für Regen, Schnee und Hagel. Die Gastfreundschaft ist ihm sehr wichtig, so schützt er auch Fremde und Reisende. Er ist darüber hinaus auch der Schutzherr von Haus, Familie, Freundschaft und auch der Ehe. Letzteres überrascht, bei seinen ganzen Liebschaften…

Zeus-Statue des Phidias
Zeus-Statue des Phidias - Eines der „Sieben Weltwundern der Antike“ von Maarten van Heemskerck

Ehe und Liebschaften

Verheiratet war Zeus mit seiner Schwester Hera mit der er die vier Kinder: Ares, Hebe, Eileithya und Hephaistose hatte. Darüber hinaus hatte Zeus aber zahlreiche Affären aus denen auch viele uneheliche Kinder hervorgegangen sind. Doch er schenkte nicht nur Göttern das Leben, auch Nymphen, Halbgöttinnen und Sterbliche zählen zu seinen Nachkommen. Vor allem durch die Eifersucht seiner Frau Hera waren die Liebschaften aber nie von langer Dauer. Dennoch kümmerte er sich um die meisten seiner Kinder sehr gut. Um die Frauen zu verführen, nahm er oft die Gestalt von Tieren an. Einer der bekanntesten Geschichte ist beispielsweise die Entführung von Europa, die er als prächtiger weißer Stier entführte. Er verwandelt sich auch deshalb in Tiere, weil kein Mensch das wahre Antlitz von Zeus sehen vermag. Dies musste beispielsweise seine Geliebte Semele schmerzlich erfahren, bei der Zeus auf Bitten seine wahre Gestalt zeigt und sie daraufhin zu Asche verbrennt. In anderen Erzählungen wird sie vom Blitz erschlagen. Immerhin überlebt ihr Kind, das sie mit Zeus gezeugt hat: Dionysos.

Die erste der Geliebten und auch die erste Frau von Zeus soll die Okeanide Metis gewesen sein. Er zeugte mit ihr Athene, fraß aber Metis noch vor der Geburt von Athene auf, in dem er sie zu einem Wassertropfen (in manchen Erzählungen zu einer Muschel) verwandeln ließ. Wie schon sein Vater, hatte auch Zeus die Weissagung bekommen, dass eine Tochter der Metis ihm gleichrangig sein und ein Sohn ihn stürzen werde. Dennoch wurde Athene geboren, laut Erzählungen dadurch, weil er geplagt von starken Kopfschmerzen seinen Sohn Hephaistos herbei rief, der ihm mit einem Hammer auf dem Kopf schlug und so Athene befreite. Der Sohn blieb hingegen ungeboren.

Zwar verbot seine Mutter Rhea daraufhin eine erneute Heirat, doch Zeus wäre nicht der Oberste seiner Götter, wenn er sich von irgendjemand etwas vorschreiben lassen würde. Selbst von der Mutter nicht. So ist Themis, eine Titanin seine nächste Frau. Mit ihr zeugt er unter anderem die Horen, die Göttinnen, die das geregelte Leben überwachen. Nach manchen Erzählungen sollen auch die Schicksalsgöttinnen, die Moiren, aus dieser Verbindung entstehen.

Hera ist schließlich seine dritte Frau. Inzest ist unter Göttern keine Seltenheit. Schon sein Vater Kronos hatte mit Rhea seine Schwester zur Frau genommen. Hera ist hitzig und eifersüchtig. Diese Eifersucht muss die ein oder andere Mätresse am eigenen Leib erfahren. Bekannt ist beispielsweise die Geschichte, wo Hera das Ungeheuer Python auf Zeus Geliebte Leto hetzt. Dennoch kann Leto die beiden Kinder Artemis und Apollon auf die Welt bringen. Um ein ähnliches Schicksal seiner Geliebten Io zu ersparen, verwandelt sie Zeus kurzerhand zu einer Kuh, um so die Liebelei zu ihr vor der eifersüchtigen Hera zu verstecken. Das gelingt nicht und Io kann von Glück sagen, dass sie nach einigen Irrungen und Wirrungen doch wieder zu Menschengestalt zurück verwandelt wurde.

Neben Hera ist nur noch eine weitere Beziehung von Dauer: Seine Liebschaft mit dem Knaben Ganymed (der „Schönste aller Sterblichen“). Ganymed ist der Sohn des Königs von Troja und wird von Zeus in Gestalt eines Adlers entführt (in anderen Erzählungen durch einen Sturm) und auf den Olymp gebracht. Dort macht Zeus ihn zu seinem Mundschenk und damit unsterblich. Er löste damit gegen den Willen der Hera Hebe ab, die Tochter des Zeus und der Hera. Laut Platon soll der Mythos von Zeus und Ganymed nur eine Erfindung der Kreter sein. Sie sollen damit die bei ihnen weitverbreitete Liebe zwischen Männern legitimiert haben wollen.

 Der Raub des Ganymed von Peter Paul Rubens
Der Raub des Ganymed von Peter Paul Rubens

Quellen und Verweise





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