Apollon - Gott der Weissagung & Künste

Apollon (lateinisch Apollo, deutsch auch Apoll) ist ein sehr vielseitiger Gott. So ist er sowohl der Gott des Lichts, der Heilung, des Frühlings, der sittlichen Reinheit und Mäßigung sowie der Weissagung und der Künste (Musik, Dichtkunst und des Gesangs), Gott der Heilkunst und der Bogenschützen. Er ist der Sohn von Göttervater Zeus und der Titanentochter Leto. Wie seine Zwillingsschwester Artemis gehört Apollon zu den zwölf Olympischen Göttern. Apollon wurden von den antiken Künstlern zu jener Zeit so dargestellt, wie damals der perfekte Mann sein sollte. Nicht nur gutes Aussehen, sondern auch überaus musisch begabt mit einer seherischen Kraft.

Apollon - Gott der Weissagung und Künste
Apollo besiegt Python. Walters Art Museum, Baltimore.

Geburt und Mythos

Die Geburt des Apollon und auch seiner Zwillingsschwester Artemis stand unter keinem guten Stern. Zeus Frau Hera war ohnehin schon eifersüchtig auf ihre Nebenbuhlerinnen. Als sie dann aber von ihrer Großmutter, Gaia, erfuhr, dass die Kinder von Zeus und Leto größer und mächtiger als ihre eigene werden sollen, wollte sie deren Geburt mit allen Mitteln verhindern.

So entsandt sie den Drachen/Schlange Python, damit dieser Leto verschlingen soll, sodass die Kinder erst gar nicht geboren werden. Doch Leto konnte mit Hilfe des Zeus Python entgehen, doch das ließ Hera nicht auf sich sitzen. So ließ sie veranlassen, dass Leto keine Stätte auf der Erde finden würde, auf der sie ihre Kinder gebären könnte. Daraufhin ließ Poseidon die schwimmende Insel Delos aus dem Wasser auftauchen und Hermes brachte Leto darauf. Doch Hera gab weiterhin nicht auf, um das Unvermeidliche doch noch zu verhindern. Sie setzte ihre Tochter Eileithyia, die Göttin der Geburt, so unter Druck, sodass diese sich nicht zu Leto begab, die aber schon kurz vor der Geburt war. Erst durch das Eingreifen der anderen Götter, die Hephaistos den Mond übergaben, damit er daraus das schönste Halsband schmiedete und man damit Eileithyia bestechen konnte, konnte Leto ihre Zwillinge zur Welt bringen. Erst gebar Leto Artemis und dann mit ihrer Hilfe Apollon. Währenddessen lärmten die Kureten mit ihren Waffen, damit Hera bei der Geburt nicht die Schreie von Leto hören konnte.

Apollon tritt in vielen Erzählungen als Rächer oder Töter auf. So überrascht es auch nicht, dass er es war, der Python tötete und sich so für die Verfolgung seiner Mutter rächte. Dies war schon wenige Tage nach seiner Geburt. Python versteckte sich in Delphi, nach dem er sie schon mit einem Pfeil verwundete hatte. Hier gründete er anschließend auch noch das berühmte Orakel.

Apollon - Gott der Weissagung und Künste
Apollo tötet Python. Virgil Solis für Ovid's Metamorphoses Book I, 435-451.

Trojanischer Krieg

Im Trojanischen Krieg stand Apollon auf der Seite der Trojaner. Interessanterweise, obwohl einst der trojanische König Laomedon ihn um seinen gerechten Lohn bei der Erbauung der Stadtmauer betrogen hatte. Apollon griff im Krieg zwei Mal entscheidend ein.

Zunächst schickte er den Griechen die Pest, nachdem diese die Tochter des Apollonpriesters Chryses, Chryseis, beraubten und nicht wieder herausgaben. Erst auf Bitten seines Priesters beendete er wieder die Seuche.

Viel entscheidender war aber wohl seine Mithilfe bei der Tötung des Achilles. Er war es nämlich, der den Pfeil von Paris so lenkte, dass er die einzige verwundbare Stelle des mächtigen griechischen Kriegers und Helden traf, seine Ferse.

Göttlicher Bogenschütze

Apollons Pfeile sollten aber nicht nur Achilles oder Python zum Verhängnis werden. Seinen Beinamen “der Ferntreffende” hatte er nicht umsonst. Auch der Riese Tityos wurden von den Pfeilen des Apollons mit Hilfe seiner Schwester Artemis durchbohrt, nachdem dieser davor ihre Mutter Leto vergewaltigen wollte. Anschließend wurde Tityos in den Tartaros verbannt und dort an den Boden gefesselt. Hier zerhackten ihm zwei Geier die Leber, die sich immer wieder erneuert.

Auch die Gemahlin des thebanischen Königs Amphion, Niobe, bekam den Zorn des Apollons zu spüren. Sie hatte sieben Söhne und sieben Töchter und brüstete sich mit ihrer Fruchtbarkeit und spottete damit über Leto, die mit Apollon und Artemis, nur zwei Kindern das Leben schenkte. Apollon wollte dies Schmach nicht auf seine Mutter sitzen lassen und erschoss mit seiner Schwester an einem Tag erst alle Söhne und dann alle Töchter mit Pfeil und Bogen. Vierzehn Pfeile, vierzehn Kinder, ein Blutbad. Die Eltern konnten diesen Schmerz nicht ertragen. König Amphion tötete sich selbst mit dem Schwert, seine Frau erstarrte zu einem Stein (in manchen Erzählungen soll sie Zeus aus Mitleid zu einem Stein werden lassen).

Virtuoser Musiker

"Gebt mir eine Lyra und einen Bogen, und ich übermittle den Menschen die untrüglichen Absichten des Zeus", soll Apollon schon gleich nach seiner Geburt gesagt haben.1 Nicht nur seine Pfeile verfehlten deshalb nie ihr Ziel. Auch mit seiner Musik verzauberte er die Götter und Menschen. Er war sich dieser Wirkung durchaus bewusst und sehr stolz darauf. Dies musste auch der unglückliche Sartyr Marsyas erfahren. Marsyas fand zufällig die Doppelflöte der Göttin Athene, die diese weggeworfen hatte, nach dem ihr bewusst wurde, dass das Spielen der Flöte ihr Gesicht entstellte. Marsyas lernte schnell die Flöte zu benutzen und wurde ein Meister im Flötenspiel. So kam es, dass er Apollon zum Wettstreit herausforderte. Der Sieger davon konnte mit dem Verlierer anstellen, was er wollte. Von Beginn an waren beide gleichauf, keiner konnte mehr durch sein Instrument überzeugen. Die Wettkampfbedingungen mussten also geändert werden. Apollon schlug vor, sie sollen das Instrument einfach umdrehen und dann darauf spielen. Während Apollon mit seiner Lyra kein Problem damit hatte, brachte Marsyas kein Ton mehr aus seiner Flöte. So verlor er den Wettkampf und wurde von Apollon an einen Baum aufgehängt und er zog ihm bei lebendigem Leibe die Haut ab.

Vergebene Liebesmüh

Mit der Liebe hat Apollon hingegen überhaupt kein Glück. Zwar hatte er einige weibliche als auch männliche Geliebte, die große Liebe ist aber nicht dabei. Einsatz kann man Apollon dabei aber nicht absprechen. So scheitert er beispielsweise an der Nymphe Daphne, die Tochter des Flussgottes Peneios in Thessalien. Schuld daran ist allerdings der Liebesgott Eros, den Apollon als schlechten Schützen verspottet hatte. Das lies Eros nicht auf sich sitzen und schoss einen goldenen Pfeil auf Apollon, sodass sich dieser unsterblich in Daphne verliebte. Gleichzeitig schoss er aber auch noch einen Pfeil aus Blei auf Daphne, der genau das Gegenteil bewirkte und sie von Apollon unempfänglich war. Um den Nachstellungen von Apollon zu entgehen, lässt sie sich schließlich in einen Lorbeerbaum verwandeln. Der Lorbeer war Apollon seither heilig. Zum Gedenken an Daphne trug er seitdem einen Lorbeerkranz.

Bei der Nympe Sinope war er schon fast so weit. Sie bat ihm nur noch darum, einen Wunsch frei zu haben. Er bejahte mit “Jeden” und so wünschte sie sich für immer Jungfrau zu bleiben (in manchen Erzählungen taucht Zeus statt Apollon auf).

Koronis, der Tochter des Königs Phlegyas ist von Apollon sogar schwanger. Doch noch während der Schwangerschaft betrügt sie ihn mit dem Sterblichen Ischys. Apollons Wut kennt keine Grenzen. Er erschoss sowohl den Liebhaber als auch Koronis (in anderen Erzählungen ist es seine Schwester Artemis die beide umbringt). Bevor der Leichnam von Koronis verbrannt wird, schneidet Hermes das ungeborene Kind aus dem Leib der Mutter. Das Kind bekommt den Namen Asklepios (auf Deutsch auch Äskulap) und Apollon bringt ihn zum heilkundigen Kentauren Cheiron, damit es dort die Heilkunst lernt, die Cheiron einst von Apollon selbst gelehrt bekommen hat. Asklepios wird zum Meister der Medizin und schafft es sogar Tote wieder zu Lebende zu machen. Das gefällt dem Gott der Unterwelt Hades wiederum gar nicht und beschwert sich bei Göttervater Zeus. Dieser sieht ebenfalls wie Hades das Gleichgewicht zwischen Götter und Menschen in Gefahr und handelt. Er tötet Asklepios mit einem Blitz. Das wiederum erzürnt den Vater Apollon der daraufhin alle Kyklopen tötet, die die Blitze für Zeus schmiedeten. Zeus kann diese Rache dem Apollon nicht durchgehen lassen, und möchte ihn in den Tartaros schicken. Die Höchststrafe. Nur durch das Eingreifen seiner Mutter Leto bleibt Apollon dies erspart. Stattdessen muss er als Strafe die Rinder des König Admetos für ein Jahr hüten. Er wird damit zum Sklaven eines Sterblichen degradiert.

Auch mit dem männlichen Geschlecht hat Apollon kein Glück. Sein spartanischer Liebhaber Hyakinthos stirbt bei einem Unfall durch einen Diskus durch die Hand von Apollon selbst. Sein anderer Liebhaber Kyparissos erlegt hingegen ausversehen einen heiligen Hirsch. Untröstlich darüber will er nur noch sterben, doch Apollon verwehrt ihm den Wunsch und verwandelt ihn stattdessen in eine Zypresse.

Pythischen Spiele

Während Zeus die Olympischen Spiele und Poseidon die Isthmischen Spiele gewidmet sind, werden Apollon die Pythischen Spiele gewidmet. Es handelt sich dabei auch um Wettkämpfe, die in Delphi und der nahen Ebene von Krissa zu Ehren des pythischen Apollon gefeiert wurden. Laut dem Mythos soll Apollon sie selbst ins Leben gerufen haben, nachdem er den Drachen Python besiegt hatte. Die pythischen Spiele waren zunächst nur musikalische Wettkämpfe. Zunächst zur Kithara, später erweitert durch Gesang zur Flöte und Soloflötenspiel. Nach Neugestaltung der Pythien umfassten sie auch gymnastischen Wettkämpfe und Wagen- und Reiterrennen.

Quellen und Verweise





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