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Demeter - Göttin der Fruchtbarkeit

Demeter ist die Göttin der Erde, des Ackerbaus und der Ernte. Sie ist die Schwester von Zeus, Poseidon, Hades, Hera und Hestia und ist demnach ebenfalls ein Kind der beiden Titanen Kronos und Rhea. Demeter gehört zu den zwölf olympischen Gottheiten. Das römische Pendant zu Demeter ist Ceres.

Markenzeichen der Demeter sind Weizenähren und Mohn. Aus dem Tierreich lässt sich der Delphin, das Schwein und die Bienen der Demeter zuordnen.

Steckbrief

Steckbrief: Demeter
Römischer Name Ceres
Beinamen Göttin der Erde, Göttin des Ackerbaus, Göttin der Ernte, Göttin der Fruchtbarkeit
Eltern Kronos und Rhea
Geschwister Zeus, Hera, Hades, Poseidon, Hestia
Kinder Persephone, Areion (auch Arion), Despoina, Eubuleus (auch Eubulos), Plutos (nicht zu verwechseln mit dem Gott der Unterwelt Pluton/Pluto - dem römischen Äquivalent des Hades), Philomelos, Iakchos, Acheron
Symbol Ähre, Mohnblume
Tiere Schwein, Biene, Delphin
Demeter Göttin der Fruchtbarkeit mit Weizenähren in ihrer Hand
Demeter - Abbildung aus Meyers Konversationslexikon von 1888

Demeters Tochter Persephone

Der bekannteste Demeter-Mythos handelt von ihrer Tochter Persephone (bzw. auch Kore genannt), die sie mit Zeus gezeugt hatte. Er ist auch unter der Bezeichnung Raub der Persephone bekannt. Persephone wurde nämlich von Hades in die Unterwelt entführt, damit sie dort seine Frau sei. Demeter wollte ihre Tochter natürlich zurück, doch obwohl Zeus im Bilde von der Entführung durch seinen Bruder Hades war, geschah nichts. So musste Demeter zu drastischen Mittel greifen. Sie zog sich von aller Welt zurück, sodass die Menschen keine Ernte mehr einfahren konnten und so Hunger erleiden mussten. Die Menschen starben und Zeus wurde so zum Handeln gezwungen. Er schickte Hermes in die Unterwelt, damit dieser Persephone wieder an die Oberfläche bringen würde. Da Persephone aber bereits von einem Granatapfel aus dem Hades gespeist hatte und niemand die Unterwelt verlassen durfte, wer dort einmal etwas gegessen hatte, war ihre Rückkehr wieder ungewiss. Da musste Zeus erneut eingreifen und verfügte, dass Persephone zwei Drittel des Jahres bei ihrer Mutter bleiben, aber ein Drittel des Jahres zurück in den Hades muss. Dies ist auch der Grund, warum die Erde in dieser Zeit (dem Winter), nicht fruchtbar ist.

Rückkehr der Persephone (The Return Of Persephone -1891) gemalt von Frederic Leighton. Zu sehen ist wie Hermes Persephone (rechts im Bild) aus der Unterwelt ihrer Mutter Demeter (links im Bild) zurückbringt.
Rückkehr der Persephone (The Return Of Persephone -1891) gemalt von Frederic Leighton. Zu sehen ist wie Hermes Persephone (rechts im Bild) aus der Unterwelt ihrer Mutter Demeter (links im Bild) zurückbringt.

Demeters Sohn Plutos

Demeter hatte aber nicht nur eine Tochter. Mit dem Sterblichen Iasion hatte sie auch einen Sohn. Der Gott des Reichtums und der Fülle, Plutos, soll durch diese Verbindung entstanden sein, als sie durch den gemeinschaftlichen Akt ein schon dreimal gepflügtes Feld noch einmal fruchtbar machte. Der eifersüchtige Zeus soll darüber so erbost gewesen sein, dass er anschließend den Mensch Iasion mit einem Blitz erschlug. An ihr haftende Ackererde soll Demeter verraten haben. Je nach Quelle, soll aus der Vereinigung der Demeter und des Iasions auch noch Philomelos, der Erfinder des Pflugs, entstanden sein. Laut Hygnius soll Philomelos gar Plutos Zwillingsbruder sein.

Eleusis - Kultort der Demeter

Als Demeter nach der Entführung ihrer Tochte um die Erde wanderte, kam sie auch in Eleusis, dem heutigen Elefsina, vorbei. Dort wurde sie in Gestalte einer alten Amme herzlichst von den Töchtern des Königs Keleus aufgenommen. Vor Anerkennung dieser Gastfreundschaft, versuchte Demeter den Demophon, den Sohn von Keleus und seiner Frau Metaneira, unsterblich zu machen. Dabei gab sie sich als Göttin zu erkennen und forderte daraufhin den König und seine Königin dazu auf, in Eleusis ein Heiligtum ihr zu stiften. Dieses wurde später der Ort der Eleusinischen Mysterien, die jährlich im September und Oktober stattfanden. Während der Mysterien von Eleusis, die im Kern Initiations- und Weiheriten waren, wurden unter anderem Szenen nachgestellt, die die Geschichten der Demeter und der Persephone darstellten. Mit den Mysterien von Eleusis wurde Persephones Rückkehr in die Welt der Lebenden gefeiert, also der Frühlingsbeginn.

Gewusst? Die alljährlichen Feste zu Ehren von Demeter sind auch als Demetrien bekannt.

Demeter als Namensgeberin für Deutschlands ältesten Bioverband

Wer bei Google nach Demeter sucht, der findet nicht die griechische Göttin auf dem ersten Platz, sondern den Bioverband Demeter e.V. Doch Gotteslästerung durch den großen Suchmaschinengiganten ist das nicht, sondern spiegelt vielmehr die Realität wieder, was die meisten Menschen mit dem Begriff Demeter heutzutage verbinden.

Kein Fehler - Wer bei Google nach Demeter sucht, findet erst einmal keinen Eintrag zur Göttin, sondern zum gleichnamigen Bioverband.
Kein Fehler - Wer bei Google nach "Demeter" sucht, findet erst einmal keinen Eintrag zur Göttin, sondern zum gleichnamigen Bioverband.

Der Demeter e.V. ist nach eigenen Angaben der älteste Bioverband in Deutschland. Bereits seit 1924 bewirtschaften dabei die Demeter-Landwirte ihre Felder biodynamisch. Gegründet wurde aber die Verwertungsgesellschaft „Demeter“ (später: Demeter-Wirtschaftsbund e. V.) erst 1927. Die biodynamische bzw. biologisch-dynamische Landwirtschaft geht dabei über die Gedanken der ökologischen Landwirtschaft hinaus und beschreibt den Hof als eine Art Organismus, den man sich als Kreislaufwirtschaft vorstellen kann. Der Boden nährt die Tiere und die Tiere düngen wiederum den Boden. Das Ganze geht dabei auf die spirituell-esoterischen Weltanschauung der Anthroposophie von Rudolf Steiner zurück. Neben einer ganzheitlichen Bewirtschaftung und der Förderung der Biodiversität spielen hier auch spirituelle Faktoren eine Rolle, wie Anwendung von biodynamischen Präparaten und kosmische Rhythmen. Der Verband geht damit weit über die Richtlinie der EU-Öko-Verordnung hinaus. Kein Wunder, dass man sich als Namensgeberin niemand anderes als die griechische Mutter- und Fruchtbarkeitsgöttin Demeter ausgesucht hat.

Trivia

Ausgerechnet mit dem Schiff „Demeter“ gelangt Dracula aus dem bulgarischen Warna (Varna) im Schwarzen Meer nach Whitby in England. Warum Darcula-Schöpfer Bram Stoker dem Schiff dem Namen „Demeter“ gab ist nicht bekannt. Allerdings ist Demeter als Göttin der Erde und des Ackerbaus auch zuständig für die Fruchtbarkeit der Erde. Im Roman selbst wird geschildert, wie Graf Dracula tagsüber in einer Gruft in einer mit Erde (im englischen Original mould - Muttererde) gefüllten Kiste liegt. Genau diese Kiste, wird zusammen mit 49 weiteren Kisten auf dem Schiff Demeter nach England gebracht. Man kann also davon ausgehen, dass Stoker den Begriff der Demeter symbolisch nutzte, da diese durch ihr Wirken auf die Landwirtschaft und damit der wichtigsten Ernährungsquelle der Menschen auch häufig mit Leben und Tod in Verbindung gebracht wird. Und genau diese Verbindung von Leben und Tod wird in der Figur des Graf Draculas dargestellt und thematisiert. Dass dann Dracula auch noch in der Erde nach England gebacht wurde, passt umso mehr zu griechischen Göttin.

Während die Schifffahrt der „Demeter“ im Roman nur einen sehr geringen Teil der Geschichte ausmacht, dreht sich in „Die letzte Fahrt der Demeter" (Originaltitel The Last Voyage of the Demeter) ein kompletter Film über die Überfahrt des Draculas nach England. Nachfolgend ein Trailer der Horrorfilms:

Quellen und Verweise





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