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Themistokles

Laut antiker Literatur soll er ein weitsichtiger, intelligenter und ehrgeiziger Feldherr und Staatsmann Athens gewesen sein. Er wurde gleichermaßen für sein Geschick als Kriegsherr bewundert und für seinen Ruhm und seine exzentrische Art beneidet. Diese brachte ihm sowohl Verehrung bei seinen Landsleuten aber auch Hass und Feindschaft bei Spartiaten ein. Die Rede ist von Themistokles.

Wer war Themistokles?

Bildnis von Themistokles

Themistokles wurde ca. 525/524 v. Chr. als Sohn eines unbedeutenden Aristokraten und einer Frau, die nicht griechische Staatsbürgerin war, in Athen geboren. Kurz nach Erreichen des 30. Lebensjahrs wurde er im Jahr 493 v. Chr. zum Archon von Athen gewählt. Athen war damals die Hauptstadt der Region Attika.

Der Archon war in der Antike der höchste Beamte Athens, dem zum Beispiel die Verteidigung der Stadt übertragen wurde. Archonten wurden zur Zeit des Themistokles für ein Jahr gewählt. In dieser Funktion begann der Feldherr mit dem Ausbau des Hafens von Piräus zu einem Kriegshafen. In den darauffolgenden zehn Jahren war er maßgeblich am Aufbau einer großen attischen Flotte beteiligt, der athenischen Seemacht.

Die Seeschlacht von Salamis

Im Jahr 480 v. Chr. führte Themistokles ein Bündnis aus mehreren rivalisierenden griechischen Städten und der Militärmacht Sparta gegen den Angriff des persischen Großreichs unter dem Großkönig Xerxes I. (519 - 465 v. Chr.) an. Das persische Reich versuchte zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahrzehnten, Griechenland durch gewaltsame Annexion in ihr Reich einzugliedern. Durch sein strategisches Geschick war Themistokles für den Sieg der Griechen über die Perser in der Seeschlacht von Salamis verantwortlich.

Diese kleine Insel einige Kilometer vor Piräus wurde von Themistokles als Schlachtort ausgewählt, um die persischen Schiffe in eine Meerenge zu locken. Auf dem offenen Meer hätte die persische Flotte mit ihrer weitaus größeren Anzahl an Schiffen einen deutlichen Vorteil gehabt. Dieser fehlte in der Meerenge zwischen Piräus und Salamis.

Schlacht bei Salamis von Wilhelm von Kaulbach
Schlacht bei Salamis von Wilhelm von Kaulbach

Wegbereiter der attischen Demokratie

Nach der Verdrängung des Persischen Großreichs begann eine Zeit militärischer Macht, ökonomischer Kraft und kultureller Vielfalt in Athen, an deren Aufblühen die von Themistokles geschaffene Seemacht einen beträchtlichen Anteil hatte. Trotzdem begann Themistokles im Jahr 478 v. Chr. mit dem Bau einer Verteidigungsmauer zwischen Athen und Piräus.

Diese mehr als sechs Kilometer lange Mauer machte ihn bei anderen griechischen Feldherren wie Aristeides (550 - 467 v. Chr.) unbeliebt und erzürnte Sparta. Trotzdem riss der Einfluss des Themistokles zunächst nicht ab. Er verfolgte einen politischen Kurs der Demokratisierung Athens auf dem Prinzip der Volkssouveränität, der nach seinem Tod in der attischen Demokratie aufging.

Verbannung und letzte Lebensjahre

Bis zum Jahr 471 v. Chr. wurde Themistokles Stellung in Athen immer umstrittener. Neben der Kritik an der Verteidigungsmauer wurde ihm nun auch Fehlverhalten vor der Schlacht von Salamis vorgeworfen. Er hatte zum einen die Stadt Athen kurz vor der Seeschlacht vollständig evakuieren lassen, um die Bevölkerung zu retten. Dies ermöglichte es der persischen Armee jedoch, große Teile Athens zunächst einzunehmen. Zum anderen wurde ihm vorgeworfen, die Spartiaten auf dem Land alleine kämpfen gelassen zu haben, anstatt Truppen zu ihrer Hilfe zu schicken.

Die Vorwürfe endeten im Jahr 471 v. Chr. mit der Verbannung von Themistokles aus allen griechischen Regionen. Er musste nach Ephesos in Kleinasien flüchten. Tatsächlich bot er dort dem Sohn von Xerxes I., Artaxerses I. (Persischer Großkönig von 465 - 424 v. Chr.) seine Dienste an und wurde von diesem im Jahr 465 v. Chr. zum Gouverneur von Magnesia am Mäander, einer antiken Stadt auf dem Gebiet der heutigen Türkei, ernannt. Im Jahr 459 v. Chr. verstarb Themistokles dort an den Folgen einer Krankheit.

Bildnis und Bedeutung des Themistokles

Nach seinem Tod spendeten seine Söhne eine Statue von Themistokles, die im Tempel Artemis in Magnesia aufgestellt wurde. Griechische Historiker und Schriftsteller wie Herodot und Plutarch sorgten gleichzeitig mit ihren Beschreibungen im Laufe des 5. Jahrhunderts v. Chr. dafür, dass die Erinnerung an Themistokles bis heute anhält. Die Statue zeigt Themistokles als einen kräftigen Mann, mit wuchtigem Kopf, kurzen Haaren und niedriger Stirn. Diese Darstellung ist ungewöhnlich für Aristokraten aus der Zeit, die sich normalerweise weitaus vornehmer darstellen ließen. Das Bildnis der Statue deckt sich jedoch mit den Beschreibungen von Themistokles aus der antiken griechischen Literatur.

Der Sieg der griechischen Flotte über die persische Übermacht in der Schlacht von Salamis gilt bis heute als ein zentrales Ereignis bei der Verteidigung griechischer Freiheit gegen orientalische Übernahmebestrebungen. Die Demokratisierung Athens machte Themistokles neben einem großen Feldherrn zu einem wegbereitenden Staatsmann. Die Machtstellung Griechenlands im 5. Jahrhundert v. Chr. und die Etablierung demokratischer Werte, auf die sich Europa bis heute beruft, sind nicht nur aber auch der Verdienst des Themistokles.

Quellen



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